Unsicherheit, mein guter alter Freund.

Ich merke wie alles nur wegen meiner Unsicherheit, den Bach runter geht. Wieder einmal. Wie oft will ich denn noch mein eigener Feind sein? WIE OFT? Trotz dem, dass ich die Warnsignale eindeutig erkannt habe, habe ich es nicht früh genug geschafft zu handeln. Immer wieder schaffe ich es meine Unsicherheit über mich hinauswachsen zu lassen. Hilflos schaue ich zu wie sie mich von innen auffrisst und über mich hinaus wächst. Unaufhaltbar nimmt sie an Geschwindigkeit zu. Von Tag zu Tag, von Woche zu Woche.

In diesen letzten Wochen habe ich die Kontrolle über mein von mir erschaffenes Monster verloren. Wieder einmal. Doch heute habe ich mich dem schweren Kampf gestellt, aus enormer Angst, dass nun alles vorbei ist. Niemals würde ich wollen, dass das schon alles war. Nein, ganz im Gegenteil. Ich will, dass alles dort weitergeht wo es vor paar Wochen aufgehört hat. Genau da will ich weiter machen und den Rest einfach vergessen. Die Hoffnung, dass alles noch zu retten ist, war letztendlich größer als die Angst.

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Auf dem Weg, mich selbst verloren.

Ich weiß nicht was es ist. Wo auf dem Weg habe ich mein Selbstbewusstsein, dass ich mir die letzten Monate so hart erarbeitet habe, verloren? So sehr versuche ich dieses innerliche Gefühl von Sicherheit zurück zu erlangen, doch leider vergeblich. Mein Kopf ist voll mit unnötigen Problemen und Szenarien, sodass kein Platz mehr für die wichtigeren Probleme ist. Seit Wochen, nein – Monaten, weiß ich nicht mehr wie es sich anfühlt ausgeschlafen zu sein. Ständig verschiebe ich wichtigere Dinge wie schlafen, essen und Sport in den Hintergrund. Dinge die essentiell sind um zu überleben. Ja okay, Sport vielleicht nicht so – aber in meiner Welt spielt der eine enorm große Rolle. Nur dadurch schaffe ich es, alles im Gleichgewicht zu behalten.

Seit Monaten habe ich verlernt wie man richtig isst und schläft. Viel wichtiger empfinde ich derzeit einfach, mich abzulenken. Ich gehe regelrecht meinen Verpflichtungen aus dem Weg. Wieso? Ich weiß es nicht. Irgendetwas in mir erlaubt mir nicht, mich auszuruhen. Vielleicht weil mir mein Unterbewusstsein einreden will, dass ich dann wieder zu viel Zeit zum Nachdenken habe? Kann gut sein. Ständig suche ich nach Ablenkungsmöglichkeiten. Jemand aus der Schule den ich seit Jahren nicht gesehen hab hat Geburtstag? Lass schnell mal auf die Party gehen. Morgen spielt eine Band in der Nähe von mir, dessen Name ich schon einmal gehört habe? Na dann auf zum Konzert. Der neue Spiderman-Film ist im Kino? Nichts wie hin. Es sind die kleinsten und unwichtigsten Ereignisse, die mir den Schlaf rauben. Vielleicht habe ich auch unbewusst Angst, innere Ruhe zu finden und in meinem Trotz zu baden. Tief in mir drinnen weiß ich jedoch, dass alles was ich brauche, ein Tag ist, an dem ich mich von der Außenwelt abschotte und einfach nur auf mich selbst konzentriere. Mal sehen wie lange es noch dauert, bis mich der Drang überkommt, endlich die Augen zu öffnen um den Weg zurück zu mir wieder zu finden.

Level 82

Manchmal überkommt mich der Drang, einfach umzudrehen und zu fliehen. Wie heute zum Beispiel. Ich wusste, es ist meine Verpflichtung heute dorthin zu gehen. Hatte jedoch einfach keine Lust und Kraft. Jeden Tag schleppe ich mich die Treppen hoch und lass alles über mich ergehen. Lass alles mit mir machen. Wie eine Marionette an den Seilen der Wirtschaftsmächte. Gesteuert von Geld und Macht.

Ich halte es nicht aus. Ich will frei sein. Frau meiner eigenen Gedanken sein und nicht gezwungen werden mich zu ändern, mich anzupassen, nur weil ich anders bin. Wieso werde ich jeden Tag so gequält? So zu tun als wäre alles okay. Derzeit ist kein Ende in Sicht. Es ist schwer kurz vor der Tür zu stehen und an einem Nervenzusammenbruch zu erleiden, weil man den Stress nicht mehr erträgt und das Gefühl hat überflüssig zu sein. Es gibt nichts Schlimmeres als das. Meine größte Freude an jedem Tag, wirklich jedem Tag, besteht darin, am Abend wieder in die frische, kalte Luft zu stapfen. Ich freue mich schon in dem Moment in dem ich meine Augen öffne am Morgen. Endlich wieder aus diesem Gebäude zu fliehen, nachdem man stundenlang die Uhr anstarrt, in der Hoffnung die Zeit würde schneller vergehen. Jede Sekunde fühlt sich an wie ein Monat, ein Jahr. Erst wenn die eiskalte Luft meine Lunge füllt und mein Körper vor Kälte anfängt zu zittern weiß ich, ich lebe. Ich habe einen weiteren qualvollen Tag überstanden.

Heute hatte ich noch die Energie und habe ich mich trotz all dem durch die Tür gewagt, auch wenn ich wusste es wird mich zerstören. Vernichten. Auffressen. Aber was tut man, denn nicht alles um einfach zu überleben? Wie lange dieses Spiel noch vor sich geht und wie viele Level dieses besitzt ist mir unklar. Eines weiß ich, ich befinde mich im Level 82. Wünscht mir Glück, dass es bei 100 ein Ende nimmt.

Das Ende der Dunkelheit

Am Ende des Tunnels sehe ich ein helles Licht so hell, dass ich kaum noch mehr weiß wohin ich gehe. Ich marschiere trotzdem weiter, durch den engen dunklen Tunnel. Mit jedem Schritt den ich mache wird mir bewusst wie ich mich meinem ersehnten Ziel nähere. Langsam aber doch haben sich meine Pupillen an das Licht am Ende des Tunnels gewöhnt. Ich erkenne Umrisse in der Ferne.

Dort in der Ferne erkenne ich ihn, meinen Erlöser. Die Motivation, die mich monatelang begleitet hat – egal wie klein sie noch war – mit jedem Schritt wurde sie größer. Allmählich spüre ich wie mein Gesicht sich entspannt und meine Muskel sich entkrampfen. Ich weiß, dass sich nach all diesen Monaten in denen ich mich durch diesen dreckigen, kalten Tunnel schleppen musste in absehbarer Nähe ein Ende befindet.

Meter für Meter bewege ich mich vorwärts ohne mich von den tiefen, düsteren Stimmen beeinflussen zu lassen. Sie tun mir nichts mehr. Sie schreien mir nach, verfolgen mich – doch ich weiß, dass dort draußen im Licht etwas auf mich wartet, nachdem ich mich schon lange sehne. Ich kann jetzt nicht aufgeben. Ich raffe mich auf und sammle meine letzte Energie um mich endlich von der Dunkelheit zu befreien.

Ich verspüre plötzlich Wärme, nach all diesen Monaten in diesem kalten Tunnel. Mein Herz blüht auf. Es kann nicht mehr weit sein. Ich spüre das Blut wieder durch meine Adern fließen. Mein Herzschlag wird schneller. Ich fühle mich plötzlich wieder lebendig. Ich setze den ersten Fuß in das Licht außerhalb des Tunnels, gefolgt von dem Zweiten.

Ein tiefer Atemzug erweckt meine Lunge wieder zum Leben und füllt diese mit einer Frische wie ich sie nie zuvor kannte. Kurz halte ich den Atem an. Mein Herz, es schlägt. Es schlägt so stark, ich spüre es in meinem ganzen Körper. Ich atme den Dreck der letzten Monate wieder aus. Befreie mich von all dieser Dunkelheit. Vor Freude entweichen meinen Augen Tränen. Schwäche. Ich verspüre plötzliche Schwäche, doch ich falle nicht zu Boden.

Wie viele Chancen hat jemand verdient?

Wieviele Chancen hat ein Mensch verdient? Eine? Zwei, Drei? Sagt es mir. Ich gebe so vielen Menschen zu viele Chancen, einfach weil ich immer nur das Positive in ihnen sehe. Jedes Mal sage ich mir, „Komm wie oft willst du denn noch verletzt werden?“ – und wie oft gebe ich nach und gebe der Person trotzdem noch eine Chance? Ich bringe es einfach überhaupt nicht übers Herz jemanden aus meinem Leben zu streichen. Alleine „aus dem Leben streichen“ klingt so hart. Genau so aber auch „einfach gehen zu lassen“. Gibt es denn nicht eine etwas sanftere Art, das zu formulieren um es mir zu zu erleichtern?

Es gibt doch einen Grund wieso diese Person es in mein Leben geschafft hat und einen Teil des Weges mit mir gegangen ist. So viele Erinnerungen hängen an einer Person. Ich will diese Erinnerungen behalten. Dadurch, dass ich das Negative in einem Menschen ignoriere, behindere ich mich selbst daran, diese Person zu vergessen. Es ist nicht so einfach wie ich mir selbst immer einrede. Am Schwersten ist es jemanden gehen zu lassen, dem man über die Jahre hinweg einfach alles anvertraut hat. Ich habe dieser Person alles erzählt und mich in jeder Situation verstanden gefühlt, deshalb ist diese Person auch die Einzige, die alles über mich weiß. Es ist quasi so als würde mein Tagebuch vor dir weglaufen. Ein komischer Gedanke. Ein Gedanke, der mich dauerhaft quält. Ich will die Person die mich so gut versteht einfach nicht gehen lassen.

 

Der moderne Mensch.

Ich weiß mal wieder warum ich lieber Zuhause bin und mir Dokumentationen anschaue. Menschen. Es klingt vielleicht hart, aber ich bin ein Mensch der „den Menschen von heute“ nicht aushält. Immer dieses „ich, ich, ich“ und alle anderen sind mir egal. Man muss im Prinzip nur das Haus verlassen und schon beim Rausgehen der Haustüre wird einem die Tür nicht aufgehalten sondern vor der Nase einfach zugemacht. Wieso? Kosten dich diese zwei Sekunden in der du die Tür aufhält so viel Energie? Wirklich?

Ich ziehe mich aus genau diesem Grund verstärkt und bewusst immer mehr zurück. Jedes Mal wenn ich versuche das Problem anzusprechen wird mir vorgeworfen, dass es mein Problem sei, dass ich mit der Entscheidung jemand anderes nicht zurecht komme. Anstatt darauf einzugehen und das Problem gemeinsam zu lösen, wird das Problem ignoriert. Das hierbei Gefühle verletzt werden, ist dem heutigen Menschen egal.

Somit bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich mich von Leuten distanziere, die nur negative Vibes verbreiten und mir die Schuld für ihr mangelndes Verständnis der menschlichen Interaktion geben. Dazu zählen auch Freunde und Bekannte. In der heutigen Zeit ist es unglaublich schwer, überhaupt noch jemanden zu finden der einem wirklich Wort für Wort zuhört. Viel zu oft habe ich meine Energie an Menschen verschwendet, die mir nicht richtig zugehört haben und nur halbherzig bei einer Konversation dabei waren. Mich erstickt dieses Gefühl zu wissen, dass man selbst 200% gibt, aber das Gegenüber es nicht wertschätzen zu weiß. Man sollte doch wenigstens dem Anderen zuhören was dieser zu sagen hat, oder nicht?

Nun wieso distanziere ich mich eigentlich von Freunden? Nur weil diese negative Vibes verbreiten? Die Antwort lautet, JA. Enge Freunde haben einen sehr starken Einfluss auf einen selbst. Mit der Zeit übernimmt man unbewusst dieses negative Muster an. Ein solches Verhaltensmuster, das so stark in einem verankert ist, wieder loszuwerden kostet ungemein viel Energie. Unnötige Energie die ich nicht schwenden und für wichtigere Dinge im Leben aufwenden möchte.

Hallo Unterbewusstsein, was ist los mit dir?

Heute geht’s mir richtig scheiße. Plötzlich überkam mich so eine Traurigkeit. Aus dem Nichts. Bäm. Sie war auf einmal da. Wieso? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es wieder nur eine Phase. Schieben wir das emotionale Chaos einfach mal auf den Mond.

Ein möglicher Grund könnte aber auch das Packen für eine kleine Reise sein. Letztens als ich innerhalb von Österreich gereist bin, hatte ich eine unglaublich gute Zeit. Und jetzt steht wieder eine kleine Reise an. Emotional zerreißt es mich gerade. So viele Gedanken schweben in meinem Kopf. So viele unbeantwortete Fragen. Klar, ich könnte mich auf den Weg machen um meine Antworten zu finden. Will ich es? Ja. Trau ich mich es? Nein. Wäre ich erleichtert, wüsste ich den Grund wieso alles so ist, wie es jetzt ist? Vielleicht. Könnte ich mit den Konsequenzen leben die dadurch entstehen? Höchstwahrscheinlich nicht. Deshalb schweige ich vor mich hin und hoffe, dass ein Wunder geschieht und sich alles klärt. Einstweilen hüpfe ich von einer Party zur Nächsten und lege meine ganze Hoffnung in den Abend, dass am nächsten Morgen alles gut sein wird. Verdrängen heißt noch lange nicht vergessen. Höchstens temporär.

Ich setzte alles daran, einfach hinzunehmen wie die Situation gerade ist. Morgen wache ich bestimmt wieder auf, lese diesen Text hier und lache über den Unsinn der mich heute noch so belastet hat.