Komm zurück.

Schleppend und planlos spazierte ich durch die Halle, bis ich deine Stimme über die Lautsprecher ertönen hörte. Ich wusste, dass jetzt der Moment gekommen war umzudrehen und doch nicht zu gehen. Wort für Wort saugte ich auf. Sollte ich wirklich den Weg zurück wagen?

Ich ignorierte die Stimme in meinem Kopf und eilte zu dem Ort den ich am meisten mied, die Bühne. Da standest du, nervös und lachend vor Freude. Ich wollte fliehen doch irgendetwas in mir hinderte mich daran. Lied für Lied merkte ich, ich konnte mich mit deinen Texten identifizieren. Ich lauschte weiterhin, doch konnte nie wirklich den Blickkontakt zu dir aufnehmen. Ich starrte in die Luft, drehte mich wild umher um dir ja nicht in die Augen sehen zu müssen und trotzdem hast du es mit dem letzten Lied geschafft, meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich weiß nicht wie, aber ich verspürte den Drang dir einfach zumindest kurz in die Augen zu sehen, auch wenn es mir schwer fiel. Die ganze Zeit über hast du versucht meine Aufmerksamkeit zu bekommen, aber hoffnungslos. Nur als du das letzte Lied spieltest, konnte ich mich meinem Willen nicht widersetzen.

Diesen Moment sehe ich immer noch klar vor mir, wenn ich meine Augen schließe. Wie du so perfekt an dem Piano gesessen bist und mit unglaublichem Gefühl das Lied gesungen hast. Es war ein wunderschöner Moment. Ich hab mich einfach von deiner Musik treiben lassen. Es tat gut, sich zumindest für einige Minuten entspannen zu können und sich so zu fühlen, als wäre man alleine hier. Ringsum habe ich alles vergessen. Niemanden habe ich wahrgenommen. In dem Moment gab es nur mich und dich. Unerwarteterweise hast du die letzte Textzeile des Liedes auf „mein Mädchen aus Wien“ geändert und mir so tief dabei in die Augen geschaut. Ich musste grinsen. In diesem Augenblick breitete sich ein Grinsen auf deinem Gesicht aus. Endlich hattest du es geschafft. Für einen Bruchteil hattest du tatsächlich meine Aufmerksamkeit bekommen. Das laute Kreischen und Klatschen der Fans riss mich zurück in die Realität. Da stand ich nun, es war kein Traum. Ich schaute um mich herum. Sekunde für Sekunde verschwanden die Menschenmassen um sich auf die Suche nach dir zu machen. Ob ich dich jemals wieder sehen werde, ist mir noch unklar.

Ich spazierte durch die Halle, blickte mich umher. Die Halle sie erdrückte mich schon wieder. Müde und erschöpft lies ich mich auf einen riesigen Polster-Sack fallen. Meine Beine pochten und schmerzten. Seit fast 10h war ich schon auf den Beinen, kein Wunder. Irgendwann wurde ich dazu verleitet aufzustehen und nochmals eine Runde zu gehen in der Halle. Ich wollte schon los. Mir war alles zu viel, doch dann standest du am Ende der Halle. Dort drüben. Umrungen von Fans. Ich stelle mich zu dir. Wollte mit dir reden. In Ruhe. Als ich hinter dir einen Security aufblitzen sah, wurde mir bewusste es würde keine Chance mehr geben. Kaum jemand kannte dich hier, doch trotzdem standest du unter Zeitdruck und Stress. Kurz bevor ich ging, blicktest du hilflos auf. Wusstest es gäbe keine Chance mehr. Dein Blick senkte sich traurig. Der Security riss dich von der Menge weg. Du gingst. Ich ging. Das wars. Ob sich in Zukunft unsere Wege wider kreuzen, bleibt offen. Doch hoffe ich es so sehr. Lebe wohl. Bis irgendwann. Man sagt doch „man sieht sich immer zweimal im Leben“. Also, bis dann.

Seelenverwandte?

Du kamst wie gerufen. Alle zwei Minuten spaziertest du vor meiner Nase an mir vorbei. In der Hoffnung ich würde dir genug Aufmerksam schenken. Tat ich auch, aber still und heimlich. Ich wollte in keinster Weise, dass du mitbekommst wie ich dich ins Geheime anstarrte. Du warst und wirst für mich immer die Perfektion eines Menschen bleiben. Du strahlst Frieden und Fröhlichkeit aus, wie niemand anderer den ich kenne. Es bereitet mir unglaublich Freude dich anzusehen. Auch wenn es für Außenstehende vielleicht seltsam aussieht, wenn ich dich hoffnungslos ansehe. Das letzte Mal hab ich dich vor einigen Jahren gesehen. Damals war ich noch einige Jahre jünger. Trotzdem hatte ich dich damals schon bewundert. Nicht nur für dein Talent, nein, auch für deine Gelassenheit. Wie oft hätte ich mir gewunschen, so zu sein wie du. Einfach zu leben. Ohne mir über sinnlose Dinge den Kopf zu zerbrechen.

Jetzt, fast acht Jahre später, habe ich dich wieder gesehen. Einfach so. Urplötzlich. Ich glaube, noch nie hat jemand meine Stimmung so stark ins Unermessliche steigen lassen wie du. Wenn ich dich sehe ist es, als würden wir uns gestern erst das letzte Mal gesehen haben. Ich verstehe bis jetzt nicht, wieso du so einen Impakt auf mich hast. Egal wo ich herumspazierte, du warst nie weit entfernt. In den unerwartetsten Momenten standest du auf einmal neben mir. Es ist wie, als würden sich unsere Seelen ins Geheime anziehen. Hoffentlich leuchtet mir das Universum in den nächsten Tagen den Weg aus, den ich gehen muss. Ob es mit oder ohne dir sein wird. Ich bin gespannt.

Level 82

Manchmal überkommt mich der Drang, einfach umzudrehen und zu fliehen. Wie heute zum Beispiel. Ich wusste, es ist meine Verpflichtung heute dorthin zu gehen. Hatte jedoch einfach keine Lust und Kraft. Jeden Tag schleppe ich mich die Treppen hoch und lass alles über mich ergehen. Lass alles mit mir machen. Wie eine Marionette an den Seilen der Wirtschaftsmächte. Gesteuert von Geld und Macht.

Ich halte es nicht aus. Ich will frei sein. Frau meiner eigenen Gedanken sein und nicht gezwungen werden mich zu ändern, mich anzupassen, nur weil ich anders bin. Wieso werde ich jeden Tag so gequält? Es zieht mir die Energie aus den Adern. Auch mein Geduldsfaden ist am Reißen. Warum? Um mich sind die Leute so negativ und beschweren sich 24/7 anstatt einfach Dinge positiv zu denken. Diese miese Laune zieht alle runter. Alle. Niemand findet Gefallen darin. Wirklich niemand. Es ist anstrengend alles einfach so hinnehmen zu müssen. So zu tun als wäre alles okay. Derzeit ist kein Ende in Sicht. Es ist schwer kurz vor der Tür zu stehen und an einem Nervenzusammenbruch zu erleiden, weil man den Stress nicht mehr erträgt und das Gefühl hat überflüssig zu sein. Es gibt nichts Schlimmeres als das. Meine größte Freude an jedem Tag, wirklich jedem Tag, besteht darin, am Abend wieder in die frische, kalte Luft zu stapfen. Ich freue mich schon in dem Moment in dem ich meine Augen öffne am Morgen. Endlich wieder aus diesem Gebäude zu fliehen, nachdem man stundenlang die Uhr anstarrt, in der Hoffnung die Zeit würde schneller vergehen. Jede Sekunde fühlt sich an wie ein Monat, ein Jahr. Erst wenn die eiskalte Luft meine Lunge füllt und mein Körper vor Kälte anfängt zu zittern weiß ich, ich lebe. Ich habe einen weiteren qualvollen Tag überstanden.

Heute hatte ich noch die Energie und habe ich mich trotz all dem durch die Tür gewagt, auch wenn ich wusste es wird mich zerstören. Vernichten. Auffressen. Aber was tut man, denn nicht alles um einfach zu überleben? Wie lange dieses Spiel noch vor sich geht und wie viele Level dieses besitzt ist mir unklar. Eines weiß ich, ich befinde mich im Level 82. Wünscht mir Glück, dass es bei 100 ein Ende nimmt.

Dein Schwert vs. mein Herz

Mein Herz blutet immer noch. Es schmerzt so stark. Es ist wie als hättest du erst gestern dein Schwert in mein Herz gerammt. Man sagt bekanntlich ja, – „Zeit heilt alle Wunden“, doch meine Wunde blutet immer noch; und immer noch so stark wie vor einem Jahr.

Vor einem Jahr hast du die Entscheidung getroffen, dich von mir (grundlos) abzuwenden. Nie hast du mir eine Erklärung gegeben wieso du plötzlich und so abrupt den Kontakt abgebrochen hast. Mir fehlt immer noch die Antwort und ich weiß, man sollte nicht nach Antworten suchen die schon so weit in der Vergangenheit liegen. Das Einzige was mir bleibt sind meine Vermutungen. Es tut einfach so weh. Ich bin kein Mensch der gerne auf jemanden zugeht und fragt wieso diese Entscheidung getroffen wurde, auch wenn wir uns einfach unglaublich gut verstanden haben. Tage lang habe ich darüber nachgedacht dir zu schreiben. Ich hab allen Mut zusammengenommen und dir geschrieben. Auf die Frage ob du mich ignorierst hast du nur mit einem „wie kommst du darauf?“ geantwortet.

Wieso tust du mir das an? Wir haben uns auf so vielen Ebenen verstanden und über tiefgründige Musik unterhalten. Wir haben uns gegenseitig auf dem neuesten Stand gehalten über die Dinge die in unserem Leben passieren und jetzt bist du fort. Wie konntest du das einfach so verwerfen?

Gefangen unter dem Glasdach

Alleine und verlassen saß ich auf dem eiskalten Boden in der Halle. Umgeben von tausenden an glücklichen Wesen. Verwirrt blickte ich durch die unendlich große Halle. Überall lachende Gesichter. Nur ich saß alleine und hilflos auf dem Boden. Ich blickte nach oben, über mir in einer sehr unerreichbaren Höhe erstreckte sich das Glasdach. Ganz oben, so weit oben, dass es ein Gefühl von Freiheit in mir auslöste. Obwohl ich mich in einer unendlich großen Halle befand. Ich fand Gefallen darin. Eingesperrt aber doch frei zu sein. Ein für mich unbeschreibliches Gefühl. Doch mein Blick wanderte wieder zum Boden. Ich wich dem möglichen Blickkontakt aus um zu verhindern, dass eine Person einen Blick in meine Seele bekommt. Dieser Gedanke alleine nimmt mir schon den Atem. Ich verspürte wieder den Drang zu heulen. Einfach so, mitten in der Halle vor tausenden vor Menschen. Sie gingen sekündlich an mir vorbei. Mein Blick blieb gesenkt, weiterhin um jeglichen Blickkontakt zu vermeiden. Ich kämpfte gegen die Tränen an. Ein schwerer Kampf den ich letztendlich gewonnen hab.

Nichts brachte mich dazu, aufzustehen. Rein gar nichts. Ich blickte vom Boden, den ich die letzten Minuten fixierte, auf. In der Hoffnung, dass niemand mitbekommen hat wie ich gegen mein Inneres ankämpfe. Ich wagte den Blick nach rechts und plötzlich sah ich, wie du mich hilflos von der Ferne ansahst. Ich wusste in dem Moment, dass du eine Ahnung hattest was in mir vorging. Dein Blick sagte mehr als ich in Worte fassen kann.  Du wusstest irgendetwas stimmt nicht. Ich wollte rennen, weit weg von hier. Niemals wollte ich, dass du mich in dem Zustand sieht. Du warst die einzige Person in diesem Raum die bemerke wie schlecht es mir ging, obwohl wir uns vor einer Stunde glücklich miteinander unterhalten haben. Auch wusstest du, dass nicht du der Grund für dieses Chaos in mir warst. Du wolltest mir helfen, doch du konntest nicht. Die Umstände erlaubten es nicht. Ich stand auf und spazierte durch den Raum. Ich sah dich den ganzen Abend nie wieder.

Das Ende der Dunkelheit

Am Ende des Tunnels sehe ich ein helles Licht so hell, dass ich kaum noch mehr weiß wohin ich gehe. Ich marschiere trotzdem weiter, durch den engen dunklen Tunnel. Mit jedem Schritt den ich mache wird mir bewusst wie ich mich meinem ersehnten Ziel nähere. Langsam aber doch haben sich meine Pupillen an das Licht am Ende des Tunnels gewöhnt. Ich erkenne Umrisse in der Ferne.

Dort in der Ferne erkenne ich ihn, meinen Erlöser. Die Motivation, die mich monatelang begleitet hat – egal wie klein sie noch war – mit jedem Schritt wurde sie größer. Allmählich spüre ich wie mein Gesicht sich entspannt und meine Muskel sich entkrampfen. Ich weiß, dass sich nach all diesen Monaten in denen ich mich durch diesen dreckigen, kalten Tunnel schleppen musste in absehbarer Nähe ein Ende befindet.

Meter für Meter bewege ich mich vorwärts ohne mich von den tiefen, düsteren Stimmen beeinflussen zu lassen. Sie tun mir nichts mehr. Sie schreien mir nach, verfolgen mich – doch ich weiß, dass dort draußen im Licht etwas auf mich wartet, nachdem ich mich schon lange sehne. Ich kann jetzt nicht aufgeben. Ich raffe mich zusammen und sammle meine letzte Energie um mich endlich von der Dunkelheit zu befreien.

Ich verspüre plötzlich Wärme, nach all diesen Monaten in diesem kalten Tunnel. Mein Herz blüht auf. Es kann nicht mehr weit sein. Ich spüre das Blut wieder durch meine Adern fließen. Mein Herzschlag wird schneller. Ich fühle mich plötzlich wieder lebendig. Ich setze den ersten Fuß in das Licht außerhalb des Tunnels, gefolgt von dem Zweiten.

Ein tiefer Atemzug erweckt meine Lunge wieder zum Leben und füllt diese mit einer Frische wie ich sie nie zuvor kannte. Kurz halte ich den Atem an. Mein Herz, es schlägt. Es schlägt so stark, ich spüre es in meinem ganzen Körper. Ich atme den Dreck der letzten Monate wieder aus. Befreie mich von all dieser Dunkelheit. Vor Freude entweichen meinen Augen Tränen. Schwäche. Ich verspüre plötzliche Schwäche, doch ich falle nicht zu Boden. Mein Erlöser fängt mich auf. Ich habe es geschafft.

Gefühlszustand: undefiniert.

Da konzentriert man sich einmal auf andere Dinge im Leben und plötzlich kommen alte Probleme wieder auf einen mit offenen Armen zugelaufen. Wieso? Ich war endlich wieder für drei Tage hintereinander glücklich. Das kann doch einfach nicht sein. Ich bin eh ein Schwachmat, was Overthinking angeht.

Es gibt nichts, dass mich mehr in den Wahnsinn treibt, als das ständige Überdenken sämtlicher, unnötiger Dinge. Gerade befinde ich mich in einen für mich unerklärlichen Gefühlszustand.

Treue Wegbegleiter

Ich schwebe derzeit auf der 7. Wolke der Melancholie. Kaum denke ich, es geht bergauf, holt mich die Realität ein und rüttelt mich wach. Abends liege ich im Bett, denke über meine Pläne nach und freue mich regelrecht auf die neuen Abenteuer. Doch kaum bin ich eine Stunde wach & lese mich durch meine unzähligen Nachrichten, vergeht mir wieder die Lust und Kraft durch den Tag zu starten. Ich bin ein sehr lebensfroher Mensch, doch wenn konstant auf einem herumgetrampelt wird, sinkt die Stimmung auch des noch so fröhlichen Menschen in den Keller.

Anfang Februar, damit meine ich die Zeitspanne vom Ersten bis zum Fünften, war alles perfekt. Ich bin mit meiner Festivalbekanntschaft Tag und Nacht durch jede Ecke Innsbrucks gelaufen. Nachts haben wir nach den Parties unsere Lieblingsbude besucht und Pizza gegessen. Wir sind um drei Uhr in der Früh durch Innsbruck spaziert und haben unsere ehrlichen Gedanken und Gefühle miteinander geteilt. Es ist einfach schön, wenn man jemanden Vertrauen schenken kann und diese Person als wahre Freundin bezeichnen darf.

Daher, Regel Nummer 1: Freunde sind wichtige Wegbegleiter, wähle sie weise aus.

 

Wie viele Chancen hat jemand verdient?

Wieviele Chancen hat ein Mensch verdient? Eine? Zwei, Drei? Sagt es mir. Ich gebe so vielen Menschen zu viele Chancen, einfach weil ich immer nur das Positive in ihnen sehe. Jedes Mal sage ich mir, „Komm wie oft willst du denn noch verletzt werden?“ – und wie oft gebe ich nach und gebe der Person trotzdem noch eine Chance? Ich bringe es einfach überhaupt nicht übers Herz jemanden aus meinem Leben zu streichen. Alleine „aus dem Leben streichen“ klingt so hart. Genau so aber auch „einfach gehen zu lassen“. Gibt es denn nicht eine etwas sanftere Art, das zu formulieren um es mir zu zu erleichtern?

Es gibt doch einen Grund wieso diese Person es in mein Leben geschafft hat und einen Teil des Weges mit mir gegangen ist. So viele Erinnerungen hängen an einer Person. Ich will diese Erinnerungen behalten. Dadurch, dass ich das Negative in einem Menschen ignoriere, behindere ich mich selbst daran, diese Person zu vergessen. Es ist nicht so einfach wie ich mir selbst immer einrede. Am Schwersten ist es jemanden gehen zu lassen, dem man über die Jahre hinweg einfach alles anvertraut hat. Ich habe dieser Person alles erzählt und mich in jeder Situation verstanden gefühlt, deshalb ist diese Person auch die Einzige, die alles über mich weiß. Es ist quasi so als würde dein Tagebuch vor dir weglaufen. Ein komischer Gedanke. Ein Gedanke, der mich dauerhaft quält. Ich will die Person die mich so gut versteht einfach nicht gehen lassen.

 

Der moderne Mensch.

Ich weiß mal wieder warum ich lieber Zuhause bin und mir Dokumentationen anschaue. Menschen. Es klingt vielleicht hart, aber ich bin ein Mensch der „den Menschen von heute“ nicht aushält. Immer dieses „ich, ich, ich“ und alle anderen sind mir egal. Ich verstehe einfach nicht, wie man so sehr „ich“-bezogen sein kann. Man muss im Prinzip nur das Haus verlassen und schon beim Rausgehen der Haustüre wird einem die Tür nicht aufgehalten sondern vor der Nase einfach zugemacht. Wieso? Kosten dich diese zwei Sekunden in der du die Tür aufhält so viel Energie? Wirklich?

Aber auch innerhalb meines Freundeskreises merke ich verstärkt, wie einfach zu 90% Entscheidungen getroffen werden, die nur einem selbst Nutzen bringen. Wie es den Mitmenschen damit geht, wird beinhart ignoriert. Wo ist hier das Miteinander, das Menschen verbindet?

Ich ziehe mich aus genau diesem Grund verstärkt und bewusst immer mehr zurück. Langsam hab auch ich meine Toleranzgrenze erreicht. Ich habe es satt, immer wegstecken zu müssen. Jedes Mal wenn ich versuche das Problem anzusprechen wird mir vorgeworfen, dass es mein Problem sei, dass ich mit der Entscheidung jemand anderes nicht zurecht komme. Anstatt darauf einzugehen und das Problem gemeinsam zu lösen, wird das Problem ignoriert. Das hierbei Gefühle verletzt werden, ist dem heutigen Menschen egal, weil es zählt ja nur was „ICH“ möchte und „ICH“ denke.

Somit bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich mich von Leuten distanziere, die nur negative Vibes verbreiten und mir die Schuld für ihr mangelndes Verständnis der menschlichen Interaktion geben. Dazu zählen auch Freunde und Bekannte. In der heutigen Zeit ist es unglaublich schwer, überhaupt noch jemanden zu finden der einem wirklich Wort für Wort zuhört. Viel zu oft habe ich meine Energie an Menschen verschwendet, die mir nicht richtig zugehört haben und nur halbherzig bei einer Konversation dabei waren. Mich erstickt dieses Gefühl zu wissen, dass man selbst 200% gibt, aber das Gegenüber es nicht wertschätzen zu weiß. Man sollte doch wenigstens dem Anderen zuhören was dieser zu sagen hat, oder nicht?

Nun wieso distanziere ich mich eigentlich von Freunden? Nur weil diese negative Vibes verbreiten? Die Antwort lautet, JA. Enge Freunde haben einen sehr starken Einfluss auf einen selbst. Mit der Zeit übernimmt man unbewusst dieses negative Muster an. Ein solches Verhaltensmuster, das so stark in einem verankert ist, wieder loszuwerden kostet ungemein viel Energie. Unnötige Energie die ich nicht schwenden und für wichtigere Dinge im Leben aufwenden möchte.